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RECHT und GESETZE
Wichtigste Informationen zum Bereich Scheidungsrecht


Scheidungsvoraussetzungen
Ehetrennunng
Scheidungsfolgen
Berufliche Vorsorgen
Renten
Vollstreckung
Kinder

 
Scheidungsvoraussetzungen

A.  Scheidung auf gemeinsames Begehren[1]

I. Umfassende Einigung / Art. 111 

1 Verlangen die Ehegatten gemeinsam die Scheidung und reichen sie eine vollständige Vereinbarung über die Scheidungsfolgen mit den nötigen Belegen und mit gemeinsamen Anträgen hinsichtlich der Kinder ein, so hört das Gericht sie getrennt und zusammen an. Die Anhörung kann aus mehreren Sitzungen bestehen.

2 Hat sich das Gericht davon überzeugt, dass das Scheidungsbegehren und die Vereinbarung auf freiem Willen und reiflicher Überlegung beruhen und die Vereinbarung mit den Anträgen hinsichtlich der Kinder genehmigt werden kann, so spricht das Gericht die Scheidung aus.

II. Teileinigung / Art. 112

1 Die Ehegatten können gemeinsam die Scheidung verlangen und erklären, dass das Gericht die Scheidungsfolgen beurteilen soll, über die sie sich nicht einig sind.

2 Das Gericht hört sie wie bei der umfassenden Einigung zum Scheidungsbegehren, zu den Scheidungsfolgen, über die sie sich geeinigt haben, sowie zur Erklärung, dass die übrigen Folgen gerichtlich zu beurteilen sind, an.

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B.   Scheidung auf Klage eines Ehegatten[2]

I. Nach Getrenntleben / Art. 114

Ein Ehegatte kann die Scheidung verlangen,   wenn die Ehegatten bei Eintritt der Rechtshängigkeit der Klage oder bei   Wechsel zur Scheidung auf Klage mindestens zwei Jahre getrennt gelebt haben.

II. Unzumutbarkeit / Art. 115

Vor Ablauf der zweijährigen Frist kann ein   Ehegatte die Scheidung verlangen, wenn ihm die Fortsetzung der Ehe aus   schwerwiegenden Gründen, die ihm nicht zuzurechnen sind, nicht zugemutet   werden kann.

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[1] Das Scheidungsverfahren auf ein gemeinsames Begehren wird in den Art. 274-289 der Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) geregelt.

[2] Das Scheidungsverfahren auf Klage wird in den Art. 274-284 und Art. 290-293 der Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) geregelt.

Ehetrennung

A. Voraussetzungen und Verfahren / Art. 117

1 Die Ehegatten können die Trennung unter den gleichen Voraussetzungen wie bei der Scheidung verlangen.

2 …[1]

3 Das Recht, die Scheidung zu verlangen, wird durch das Trennungsurteil nicht berührt.

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B. Trennungsfolgen / Art. 118

1 Mit der Trennung tritt von Gesetzes wegen Gütertrennung ein.

2 Im Übrigen finden die Bestimmungen über Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft  [2] sinngemäss Anwendung.

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[1] Aufgehoben durch Anhang 1 Ziff. II 3 der Zivilprozessordnung, mit Wirkung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

[2] Art. 171-179

Scheidungsfolgen

A.   Name / Art. 119 [1]

Der Ehegatte, der seinen Namen bei der   Eheschliessung geändert hat, behält diesen Namen nach der Scheidung; er kann   aber jederzeit gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstands­beamten erklären,  dass er wieder seinen Ledignamen tragen will.

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B.   Güterrecht und Erbrecht /Art. 120

1 Für die güterrechtliche Auseinandersetzung gelten die   Bestimmungen über das Güterrecht [2].   

2 Geschiedene Ehegatten haben zueinander kein gesetzliches   Erbrecht und können aus Verfügungen von Todes wegen, die sie vor der   Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens errichtet haben, keine Ansprüche  erheben. 

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C.   Wohnung der Familie / Art. 121

1. Ist ein Ehegatte wegen der Kinder oder aus anderen   wichtigen Gründen auf die Wohnung der Familie angewiesen, so kann das Gericht   ihm die Rechte und Pflichten aus dem Mietvertrag allein übertragen, sofern dies dem anderen billigerweise zugemutet werden kann.

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2. Der bisherige Mieter haftet solidarisch für den Mietzins   bis zum Zeitpunkt, in dem das Mietverhältnis gemäss Vertrag oder Gesetz endet   oder beendet werden kann, höchstens aber während zweier Jahre; wird er für   den Mietzins belangt, so kann er den bezahlten Betrag ratenweise in der Höhe   des monatlichen Mietzinses mit den Unterhaltsbeiträgen, die er dem anderen   Ehegatten schuldet, verrechnen.

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3 Gehört die Wohnung der Familie einem Ehegatten, so kann   das Gericht dem anderen unter den gleichen Voraussetzungen und gegen   angemessene Entschädigung oder unter Anrechnung auf Unterhaltsbeiträge ein befristetes Wohnrecht einräumen. Wenn wichtige neue Tatsachen es erfordern,   ist das Wohnrecht einzuschränken oder aufzuheben.

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[1] Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2011 (Name und Bürgerrecht),
in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 2569; BBl 2009 7573 7581).
 

[2] ZGB Art. 181-251

​Berufliche Vorsorge

D.  Berufliche Vorsorge[1]

I. Grundsatz   / Art. 122

Die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des   Scheidungsverfahrens erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge werden   bei der Scheidung ausgeglichen. 

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II. Ausgleich bei   Austrittsleistungen / Art. 123

1 Die erworbenen Austrittsleistungen samt   Freizügigkeitsguthaben und Vorbezügen für Wohneigentum werden hälftig geteilt.

2 Absatz 1 ist nicht anwendbar auf Einmaleinlagen aus   Eigengut nach Gesetz.

3 Die zu teilenden   Austrittsleistungen berechnen sich nach den Artikeln 15–17 und 22a oder 22b des    Freizügigkeitsgesetzes vom 17. Dezember 1993.[2]

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III. Ausgleich bei   Invalidenrenten vor dem reglementarischen Rentenalter / Art. 124

1 Bezieht ein Ehegatte im Zeitpunkt der Einleitung des   Scheidungsverfahrens eine Invalidenrente vor dem    reglementarischen Rentenalter,   so gilt der Betrag, der ihm nach Artikel 2 Absatz 1 ter des  Freizügigkeitsgesetzes vom 17. Dezember 1993[3]   nach Aufhebung der Invalidenrente zukommen würde, als Austrittsleistung.    

2 Die Bestimmungen über den Ausgleich bei   Austrittsleistungen gelten sinngemäss.

3 Der Bundesrat regelt, in welchen Fällen der Betrag nach   Absatz 1 wegen einer Überentschädigungskürzung der Invalidenrente nicht für   den Ausgleich verwendet werden kann.

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IV. Ausgleich bei   Invalidenrenten nach dem reglementarischen Rentenalter und bei Altersrenten                Art. 124a[4]

1 Bezieht ein Ehegatte im Zeitpunkt der Einleitung des   Scheidungs­verfahrens eine Invalidenrente nach dem reglementarischen   Rentenalter oder eine Altersrente, so entscheidet das Gericht nach Ermessen   über die Teilung der Rente. Es beachtet dabei insbesondere die Dauer der Ehe   und die Vorsorgebedürfnisse beider Ehegatten.

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2 Der dem berechtigten Ehegatten zugesprochene   Rentenanteil wird in eine lebenslange Rente umgerechnet. Diese wird ihm von   der Vorsorgeeinrichtung des verpflichteten Ehegatten ausgerichtet oder in seine Vorsorge übertragen.

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3 Der Bundesrat regelt:

1.  die versicherungstechnische Umrechnung des   Rentenanteils in eine lebenslange Rente;

2.  das Vorgehen in Fällen, in denen die Altersleistung   aufgeschoben oder die Invalidenrente wegen Überentschädigung gekürzt ist.

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V. Ausnahmen / Art. 124b

1 Die Ehegatten können in einer Vereinbarung über die Scheidungs­folgen von der hälftigen Teilung abweichen oder auf den Vorsorgeausgleich verzichten, wenn eine angemessene Alters- und Invalidenvorsorge gewährleistet bleibt.

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2 Das Gericht spricht dem berechtigten Ehegatten weniger als die Hälfte der Austrittsleistung zu oder verweigert die Teilung ganz, wenn wichtige Gründe vorliegen. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn die hälftige Teilung unbillig wäre:

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1. aufgrund der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Scheidung;

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2. aufgrund der Vorsorgebedürfnisse, insbesondere unter Berücksichtigung des Altersunterschiedes zwischen den Ehegatten.

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3 Das Gericht kann dem berechtigten Ehegatten mehr als die Hälfte der Austrittsleistung zusprechen, wenn er nach der Scheidung gemeinsame Kinder betreut und der verpflichtete Ehegatte weiterhin über eine angemessene Alters- und Invalidenvorsorge verfügt.

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VI. Verrechnung gegenseitiger Ansprüche / Art. 124c

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1 Gegenseitige Ansprüche der Ehegatten auf Austrittsleistungen oder auf Rentenanteile werden verrechnet. Die Verrechnung der Rentenansprüche findet vor der Umrechnung des dem berechtigten Ehegatten zugesprochenen Rentenanteils in eine lebenslange Rente statt.

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2 Austrittsleistungen können mit Rentenanteilen nur dann verrechnet werden, wenn die Ehegatten und die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge einverstanden sind.

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 VII. Unzumutbarkeit / Art. 124d

Ist aufgrund einer Abwägung der Vorsorgebedürfnisse beider Ehegatten ein Ausgleich aus Mitteln der beruflichen Vorsorge nicht zumutbar, so schuldet der verpflichtete Ehegatte dem berechtigten Ehegatten eine Kapitalabfindung.

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VIII. Unmöglichkeit / Art. 124e

1 Ist ein Ausgleich aus Mitteln der beruflichen Vorsorge nicht möglich, so schuldet der verpflichtete Ehegatte dem berechtigten Ehegatten eine angemessene Entschädigung in Form einer Kapitalabfindung oder einer Rente.

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2 Ein schweizerisches Urteil kann auf Begehren des verpflichteten Ehegatten abgeändert werden, wenn im Ausland bestehende Vorsorgeansprüche durch eine angemessene Entschädigung nach Absatz 1 ausgeglichen wurden und diese Vorsorgeansprüche danach durch eine für den ausländischen Vorsorgeschuldner verbindliche ausländische Entscheidung geteilt werden.

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[2] SR 831.42

[3] SR 831.42

[4] Art. 124a – 124e: eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2015 (Vorsorgeausgleich bei Scheidung),
in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).

Renten

1.  Besondere Vereinbarungen / Art. 127

Die Ehegatten können in der Vereinbarung die Änderung der darin festgesetzten Rente ganz oder teilweise ausschliessen. 

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 2.   Anpassung an die Teuerung / Art. 128

Das Gericht kann anordnen, dass der Unterhaltsbeitrag sich bei bestimmten Veränderungen der Lebenskosten ohne weiteres erhöht oder vermindert.

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3.   Abänderung durch Urteil / Art. 129

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1 Bei erheblicher und dauernder Veränderung der Verhältnisse kann die Rente herabgesetzt, aufgehoben oder für eine bestimmte Zeit eingestellt werden; eine Verbesserung der Verhältnisse der berechtigten Person ist nur dann zu berücksichtigen, wenn im Scheidungsurteil eine den gebührenden Unterhalt deckende Rente festgesetzt werden konnte.

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2 Die berechtigte Person kann für die Zukunft eine Anpassung der Rente an die Teuerung verlangen, wenn das Einkommen der verpflichteten Person nach der Scheidung unvorhergesehenerweise gestiegen ist.

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3 Die berechtigte Person kann innerhalb von fünf Jahren seit der Scheidung die Festsetzung einer Rente oder deren Erhöhung verlangen, wenn im Urteil festgehalten worden ist, dass keine zur Deckung des gebührenden Unterhalts ausreichende Rente festgesetzt werden konnte, die wirtschaftlichen Verhältnisse der verpflichteten Person sich aber entsprechend verbessert haben.

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4.  Erlöschen von Gesetzes wegen / Art. 130

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1 Die Beitragspflicht erlischt mit dem Tod der berechtigten oder der verpflichteten Person.

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2 Vorbehältlich einer anderen Vereinbarung entfällt sie auch bei Wiederverheiratung der berechtigten Person.

Vollstreckung

1. Inkassohilfe / Art. 131

1 Erfüllt die verpflichtete Person die Unterhaltspflicht nicht, so hilft eine vom kantonalen Recht bezeichnete Fachstelle der berechtigten Person auf Gesuch hin bei der Vollstreckung des Unterhaltsanspruchs in geeigneter Weise und in der Regel unentgeltlich.

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2 Der Bundesrat legt die Leistungen der Inkassohilfe fest. 

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2. Vorschüsse / Art. 131a

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1 Dem öffentlichen Recht bleibt vorbehalten, die Ausrichtung von Vorschüssen zu regeln, wenn die verpflichtete Person ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommt.

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2 Soweit das Gemeinwesen für den Unterhalt der berechtigten Person aufkommt, geht der Unterhaltsanspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über.

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3. Anweisungen an die Schuldner und Sicherstellung / Art. 132

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1 Vernachlässigt die verpflichtete Person die Erfüllung der Unterhaltspflicht, so kann das Gericht ihre Schuldner anweisen, die Zahlungen ganz oder teilweise an die berechtigte Person zu leisten.

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2 Vernachlässigt die verpflichtete Person beharrlich die Erfüllung der Unterhaltspflicht oder ist anzunehmen, dass sie Anstalten zur Flucht trifft oder ihr Vermögen verschleudert oder beiseiteschafft, so kann sie verpflichtet werden, für die künftigen Unterhaltsbeiträge angemessene Sicherheit zu leisten.

Kinder

I. Elternrechte und -pflichten / Art. 133

1 Das Gericht regelt die Elternrechte und -pflichten nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses.
Insbesondere regelt es:

1.     die elterliche Sorge;

2.     die Obhut;

3.     den persönlichen Verkehr (Art. 273) oder die Betreuungsanteile; und

4.     den Unterhaltsbeitrag.

 

2 Es beachtet alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände. Es berücksichtigt einen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, die Meinung des Kindes.

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3 Es kann den Unterhaltsbeitrag über den Eintritt der Volljährigkeit hinaus festlegen. 

 

II. Veränderung der Verhältnisse[1] / Art. 134

1 Auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder der Kindesschutzbehörde ist die Zuteilung der elterlichen Sorge neu zu regeln,
wenn dies wegen wesentlicher Veränderung der Verhältnisse zum Wohl des Kindes geboten ist.

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2 Die Voraussetzungen für eine Änderung der übrigen Elternrechte und -pflichten richten sich nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses.

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3 Sind sich die Eltern einig, so ist die Kindesschutzbehörde für die Neuregelung der elterlichen Sorge, der Obhut und die Genehmigung eines Unterhaltsvertrages zuständig. In den übrigen Fällen entscheidet das für die Abänderung des Scheidungsurteils zuständige Gericht.

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2 Hat das Gericht über die Änderung der elterlichen Sorge, der Obhut oder des Unterhaltsbeitrages für das minderjährige Kind zu befinden, so regelt es nötigenfalls auch den persönlichen Verkehr oder die Betreuungsanteile neu; in den andern Fällen entscheidet die Kindesschutzbehörde über die Änderung des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile.

 

[1] Das Verfahren über Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten wird in den Art. 295-301a der Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) geregelt.

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